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Das ‘Buch der heilenden Kräuter’

Die chinesische Medizin ist eine anwendungsorientierte Disziplin zur Heilung chronischer Leiden. Ihre heutzutage am weitesten verbreitete Form, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), zeichnet sich durch eine 3.000 jährige Geschichte aus.

Noch weiter zurück, nämlich ca. 5.000 Jahre, reicht die Tradition des Aufzeichnens therapeutischer Wirkung diverser Heilmittel in Buchform. Fu Hsi, der im 3. vorchr. Jahrtausend am Hof der chinesischen Kaiser Shen Nung und Huang Ti lebte , soll die Tradition der Niederlegung medizinischen Wissens in Form von Enzyklopädien in China begründet haben.

Huang Ti, der ‘Gelbe Kaiser‘, gilt als Verfasser des ‘Kanon der Inneren Medizin’. Auf den Inhalt dieses Schriftstücks haben sich in späterer Zeit viele medizinische Publikationen berufen.

Eine der umfangreichsten Abhandlungen chinesischer Heilmittel ist jedoch das aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644) stammende ‘Buch der heilenden Kräuter’. Es wurde von Li Shizhen (1518-1593), dem Leibarzt des Pekinger Prinzen Chu, im Jahre 1578 veröffentlicht. Der Arzt wirkte damals am königlichen Hospital in Peking.

Darstellung des Pekinger Arztes Li Shizhen (1518-1593) Li Shizhen

Li Shizhen wirkte damals am Königlichen Hospital in Peking. Sein Werk ist bis heute die umfangreichste Arzneimittellehre über chinesische Heilmittel, die neben Botanik auch Zoologie, Mineralogie und Metallurgie umfasst.

Bevor Li Shizhen sein Lebenswerk schrieb, verbrachte er etwa 30 Jahre mit dem Studium von medizinischen Werken seiner Vorgänger. Er sammelte Pflanzenproben, prüfte althergebrachte Arzneimittel, beschrieb exakt das Aussehen, den Anbau, die Herstellung und die Anwendung derselben und gelangte auf diese Weise zu einer Aufstellung, die 11.100 Rezepturen umfasste.

Bereits im Jahre 1596, drei Jahre nach dem Tod Li Shizhens, wurde aufgrund der großen Nachfrage der erste Nachdruck des Buches der Heilenden Kräuter in Nanjing gefertigt. Kurze Zeit später erfolgten Nachdrucke in Jiangxi und Hubei. Später erfolgten Übersetzungen in Japanisch, Englisch, Russisch, Französisch, Latein und Deutsch. In England brachten die Ärzte Porter und Smith gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine gekürzte Fassung auf den Markt und 1932 versuchte sich der Brite B. E. Reid an einer weiteren Kurzfassung.  Eine vollständige, allumfassende Übersetzung der chinesischen Werke des Li Shizhen gibt es jedoch bis heute weder in englischer noch deutscher Sprache.

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