Fermentiertes Rotes Reismehl
Einige westliche Lipidsenker der Statinklasse werden – ebenso wie rotes Reismehl – auf der Basis von Fermentationsprozessen hergestellt.
Fermentiertes rotes Reismehl wird seit Jahrhunderten traditionell unter Verwendung von Hefepilzen der Gattung Monascus hergestellt.
Monascus-fermentiertes rotes Reismehl ist das Produkt eines Fermentationsprozesses, der sich mit der in Europa üblichen Brot-, Bier- oder Weinherstellung am ehesten vergleichen lässt. Allerdings ist der Prozess ein wenig aufwendiger. Bei der Reismehlherstellung wird polierter Reis (Oryzae sativa) gewaschen, sterilisiert und mit Schimmelpilzkulturen beimpft. In China wird dafür Monascus purpureus verwendet.
Monascus purpureus-Hefepilzkulturen in Glaskolben
Auf dem obigen Bild erkennt man die typisch tiefrote Farbe der Monascuskulturen, die der Hefepilz in seinem Wachstumsmedium produziert. Dabei handelt es sich um Farbpigmente, die dem Reismehl seine typisch rötliche Farbe verleihen. Die hohe Farbdichte ergibt sich aus der hohen Hefepilzkonzentration in den Transportbehältnissen. Im Endprodukt ist der Farbwert aufgrund von Verdünnungseffekten niedriger.
Der Monascus purpureus-Hefepilz (ein sog. Schlauchpilz) verzehrt seine Fermentationsgrundlage und produziert zunächst Farbpigmente und nachfolgend blutfettregulierende Monacoline und andere Substanzen (z.B. Bioflavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Aminosäuren). Dieser Prozess benötigt mindestens 7-10 Tage, um die blutfettregulierenden Monacoline in ausreichender Menge zu erzeugen. Das nachfolgende Bild zeigt Ihnen den fertigen, fermentierten Reis, bevor er in einer Mühle zu feinem Reismehl gemahlen wird.
Fermentierter roter Reis vor dem Mahlen
Der Produktionsprozess wird nach Erreichen der gewünschten Monacolinkonzentration durch Erhitzen beendet. Das Reismehl wird dann getrocknet, fein gemahlen, verpackt, auf Qualität kontrolliert und danach in den Versand gegeben. Auf diese Weise gelingt es, aus dem Lebensmittel Reis unter Fermentation mit Monascus purpureus Went-Hefepilzen ein hochwirksames, Monacolinehaltiges Reismehl herzustellen.
In westlichen Industrienationen wird mit großem Aufwand aus mikrobieller Fermentation stammende Basismoleküle durch industrielle Weiterverarbeitung zu hochwirksamen Lipidsenkern der Statinklasse umgewandelt.
In China hingegen schützt lediglich das uralte Wissen um eine optimale Herstellung von Reismehl.